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18.02.2019Fachtagung vom 29.01.19 zum Thema Baustoff Holz - zukunftsorientierte Entwicklung in den ländlichen Regionen Brandenburgs

„Wir wollen die Holzbauquote in Berlin-Brandenburg deutlich erhöhen“, so fasst der Vorsitzende des Landesbeirates Holz, Dr. Denny Ohnesorge, die Zielstellung der Veranstaltung zusammen, zu der der Landesbeirat am 29. Januar 2019 nach Eberswalde einlud.

Die Tagung fand unter dem Thema „Die Renaissance des Baustoffes Holz - eine Option zur zukunftsorientierten Entwicklung der ländlichen Regionen Brandenburgs?“ statt. Verschiedene Akteure aus dem Cluster Forst und Holz, darunter viele Architekten, Politiker und Studierende folgten der Einladung.

Im Vormittagsprogramm referierten unter anderem Prof. Dr.-Ing. Dirk Kruse der HNE-Eberswalde zur Vergangenheit und Zukunft der mehrgeschossigen Holzbauweise. Im Zuge der Entwicklungen plant die Hochschule eine Profesur für Holzbau einzurichten und bietet seit diesem Jahr 2 neue duale Studiengänge an. "Holztechnik" und "Mechatronik im Holzingenieurwesen" sollen einen Verknüpfungspunkt zwischen modernem Holzbau und der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung bei der Produktion von Holzbauelementen sein.

Herr Spiehs von der Firma Klenk/Binder-Holz GmbH stellte daran anknüpfend dar, wie die Planung eines Holzbauprojektes am PC über die Fertigung mit CNC-Fräse bis hin zum schnellen Aufbau der Holzbauelemente bewerkstelligt werden kann. Die Thematik Holzbau und Brandschutz wurde durch die "Brandenburgische Ingenieurkammer " und Prof. Dr.-Ing. Dirk Kruse noch einmal erörtert. Die Vorurteile sind bei entsprechender Planung unbegründet. Einige der angereisten Architekten waren überrascht, dass Massivholzmauern länger ihre Stabilität im Brandfall erhalten als konventionelle Baumaterialien – hier ist noch Aufklärungsarbeit zu leisten.

Herr Prof. Tom Kaden (TU Graz) referierte zum Thema "Urbanen Holzbau". Prof. Kaden plante das erste mehrgeschossige Holzhaus in Berlin und gab den Anwesenden mehrere Beispiele aus ganz Deutschland, sowe stellte deren architektonische Umsetzung dar.

Besonders interessant war auch der Vortrag von Prof. Tobias Schauerte, Linnaeus Universität Växjö Schweden. Die Stadt Växjö ist einer der "grünsten" Städte Europa's. Diese hat seit 1993 ihren CO²-Ausstoß um 30% reduziert und verzeichnete ein Wirtschaftswachstum von 50%. Wie ist das möglich? Die Gemeinde hat unter anderem sich 2004 dazu entschieden, Gebäude zukünftig aus Holz zu bauen, um ihren CO²-Ausstoß zu senken. Diese gesellschaftlich/poltische Entscheidung hatte zur Folge, dass sich nach einigen Jahren automatisch neue Unternehmen in der Region ansiedelten, um diesen neuen Markt zu erschließen.

Eröffnung der Ausstellung Woodland Sweden durch Per Thöresson (Mitte) und Lothar Krüger, LBHolzBB (Rechts)


Im Nachmittagsprogramm wurde die Ausstellung "Woodland Sweden - Bauen mit Holz" im "Zentrum für Erneuerbare Energien Hermann Scheer" feierlich durch den schwedischen Botschafter, Per Thöresson, eröffnet. Schweden hat aus historischer Sicht mehr Erfahrung mit Holzbau und deren Akzeptanz in der Bevölkerung ist höher. Dies spiegelt sich in der Stadt Växjö wieder.

Die Fachtagung sorgte für viel Input aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern Architektur, Produktion/Industrie, Forschung und Gesellschaft und zeigte dabei mögliche Entwicklungen für den modernen Holzbau in Berlin-Brandenburg auf.

Die Veranstaltung wurde durch den Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg initiiert und gemeinsam mit dem Fachbereich Holzingenieurwesen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und der Brandenburgischen Ingenieurkammer in Kooperation mit der Botschaft Schweden durchgeführt.