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05.08.2019Walden 48 – 6-stöckiger Massivholzbau im Herzen von Berlin

Berlin möchte zu einer Hauptstadt des Holzbaus werden. Am 21. März 2019 sprach sich der Berliner Senat für die Förderung des urbanen Holzbaus aus. Die hohe Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum bedingt neue konstruktive Lösungen abseits der konventionellen Bauweise.

Die Baugemeinschaft „Walden 48 GbR“ ist den Zielen des Senats voraus und zeigte schon 2014 entsprechende Eigeninitiative. In der Landsberger Allee in Berlin-Friedrichshain entstand zwischen August 2017 und Februar 2019 das „Walden48“. Der Rohbau wurde binnen 31 Wochen errichtet, sodass am 21.02.2019 Richtfest gefeiert werden konnte.

Ein Gebäude der Größenordnung von „Walden 48“, mit 60 Metern Länge und 6 Geschossen, zeigt, dass der moderne Holzbau in der Lage ist, qualitativ hochwertigen Wohnraum im großen Maßstab zu schaffen. Die insgesamt 43 Wohneinheiten konnten vom Grundriss individuell an die Bedürfnisse der Eigentümer angepasst werden.

Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus Massivholzwänden mit Holzbeton-Verbunddecken. Lediglich die Treppenhäuser wurden in Stahlbeton erstellt, wobei die drei Fahrstuhlkerne als auch sämtliche Treppenläufe und -podeste ebenfalls in Massivholz ausgebildet werden.

Im Vorfeld fand ein Konzeptverfahren seitens der Bauherren statt. Unter den Bewerbern wurde das Konzept „Walden48“ ausgewählt. Mit seinen rund 5% höheren Projektkosten im Vergleich zu konventioneller Bauweise ist es minimal teurer. Dem stehen zahlreiche Vorteile des Holzbaus gegenüber:

  • verkürzte Bauzeit um etwa 3 Monate
  • der Baustoff Holz als CO²-Senke - im Gebäude sind ca. 1.500 Tonnen CO² gespeichert
  • bei gleicher Brutto-Grundfläche haben Holzbauten aufgrund geringerer Bautiefe der Fassaden eine größere nutzbare Netto-Grundfläche
  • natürliche Fähigkeit zur Feuchteregulation und nahezu 100% elektromagnetische Strahlungsabsorption - durch Holzbau-Elemente entsteht ein gesundes Raumklima
  • hoher Anteil unbehandelter sichtbarer Holzoberflächen (Decken und Wände) natürliche Raumatmosphäre
  • hochwärmedämmende und zugleich hochschallisolierende Holzkonstruktion der Fassade zur stark befahrenen Landsberger Allee (Berlin Friedrichshain) hin
  • flexibler Grundriss - durch die Deckenspannweite von 7,20 m können Wohnungen ohne tragende Wände und Stützen realisiert werden, eine individuelle Anpassung an die Vorstellungen der Bauherren / Wohnungseigentümer ist möglich

Ein vorgelagertes Vergabeverfahren wird auch seitens des Landesbeirates begrüßt. Die Kosten für ein Bauwerk sollten nicht der einzige Gesichtspunkt für die Auswahl sein. Ökologische und planerische Kriterien anhand der Zielstellung der Bauherren sollte ebenso im Auswahlprozess eine Rolle spielen.

Das Projekt wurde durch Scharabi Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit Anne Raupach realisiert. Scharabi Architekten haben bereits vor 15 Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und sich auf den Baustoff Holz spezialisiert. Heute zählen Sie zu den Spezialisten im mehrgeschossigen Holzbau im urbanen Kontext.

Bildquellen: © Andreas Meichsner; © Render-Manufaktur, Berlin