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24.04.2020Nachbericht – 1. Holzbau Kongress Berlin

Am 10. und 11. März 2020 fand in Berlin der 1. Holzbau Kongress statt

Ausgerichtet von der Hochschulkooperation FORUM HOLZBAU und initiiert vom Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg, besuchten mehr als 400 Teilnehmer die Veranstaltung an der TU Berlin. Neben Architekten und Vertretern aus der Politik kamen viele Entscheider aus dem Baubereich und der Immobilienwirtschaft zusammen.

Seit mehr als 15 Jahren nimmt Berlins Einwohnerzahl stetig zu, zwischen 2011 und 2018 ist die Stadt um rund 320.000 Einwohner gewachsen. Mit dem „Stadtentwicklunsgplan Wohnen 2030“ hat der Berliner Senat einen Masterplan vorgelegt, um auf den steigenden Neubaubedarf zu reagieren, wobei nach dem Willen der Senatsverwaltung dem Holzbau zukünftig eine größere Bedeutung zukommen soll. Um diese Bestrebungen zu unterstützen, die Baukultur zu fördern und ein Forum dafür zu bieten, sich über die Zukunft und die Potentiale des Holzbaus auszutauschen und zu informieren, fand der Kongress an zwei Tagen in Berlin statt – kurz bevor im Zuge der Corona-Pandemie auch in Deutschland die Ausgangsbeschränkungen strikter wurden.

Zunächst begrüßten Prof. Dr. h.c. Heinrich Köster, Präsident des FORUM HOLZBAU, und Dr. Denny Ohnesorge, Vorsitzender des Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg e.V., als Veranstalter die Gäste. Nachdem Prof. Köster darüber gesprochen hatte, wie wichtig Verbraucherimpulse am Ende der Holzkette für die Branchen und Beschäftigten seien, warb Dr. Ohnesorge für mehr politische Akzeptanz von Holz in Berlin. Mit einer Quote von 0,9% bei den Mehrfamilienhäusern in überwiegender Holzbauweise bestehe für das Land noch viel Entwicklunspotential im Bereich klimafreundlicher Bauweise.

Hermann Josef Pohlmann von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin gewährte anschließend mit einem „Bericht von der Front“ Einblicke in die Holzbauaktivitäten des Bundeslandes. Zwar stünden mittlerweile größere finanzielle Mittel zur Verfügung, aber zugleich habe die Verwaltung mit vielen Herausforderungen und Schwierigkeiten zu kämpfen: zum Beispiel überhöhte Angebote aufgrund der Konjunktur, bürokratische Hürden, Personalmangel. Ein finanzielles Zwischenfazit: Im Zweifelsfall eher die Arbeiten der Holzbaufirmen weiterlaufen lassen, da sie mit den eigenen Systemen vertraut sind. Aktuell sind nach drei fertiggestellten Schulen bereits neun weitere Holz-Schulsporthallen sowie mehrere Kindertagesstätten in Schnellbauweise in Auftrag gegeben. Für die kommenden vier Jahre plane Berlin darüber hinaus 40 Modulare Schulergänzungsbauten in Holzbauweise, zusätzlich 40 Schulsporthallen sowie zehn Schulen in Hybridbauweise. „Sie sehen, Holzbau ist am Laufen“, so Ahlmann abschließend.

An beiden Tagen ging es auf mehreren Panels unter anderem um Fragen der Verbundbauweisen, Holz- und Brandschutz im Geschosswohnungsbau, der (Vor-)Fertigung in der Feldfabrik und den verschiedenen Bausystemen. Bevor Ansgar Hüls vom Landesbeirat das Abschlusswort sprach, wurden mehrere Bauvorhaben des Städtischen Wohnbaus präsentiert. Die Münchener Stadtdirektorin Ulrike Klar sprach über den Prinz-Eugen-Park, die grösste sich im Bau befindliche Holzbausiedlung der Stadt, und Christoph Deimel von Deimel Oelschläger Architekten über Berlins grössten Holzbau – Quartier Weissensee.

Der Tagungsband kann über das FORUM HOLZBAU hier bestellt werden.