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14.10.2020Anhörung im Brandenburger Landtag: Landesbeirat für einheitliches Baurecht in Berlin und Brandenburg

Am 17. September 2020 fand eine Anhörung des Ausschusses für Infrastruktur und Landesplanung in Potsdam statt, wo die Landesbauordnung Brandenburg diskutiert wurde. Der Vorsitzende des Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg e.V., Denny Ohnesorge, setzte sich vor dem Landtag dafür ein, dass die Länder Berlin und Brandenburg ein gemeinsames Baurecht bekommen. „Im besten Falle das fortschrittlichste aus der Landesbauordnung Berlin und der neuen Musterbauordnung“, wie er vor den Abgeordneten betonte.

Beispielsweise müsse die Tafelbauweise in Gebäudeklasse 5 anerkannt werden, damit die Wertschöpfung auch durch regionale Unternehmen erfolgen könne. Es sei dringend geboten, im Zusammenhang mit dem derzeit zwischen den Staatskanzleien beider Länder diskutierten „Gesamtrahmen Hauptstadtregion“ den Holzbau als ein Innovationscluster anzuerkennen. Abschließend appellierte der LBHBB-Vorsitzende dafür, die lang angekündigte Holzbauoffensive endlich von Berlin und Brandenburg aus gemeinsam zu starten.

Hintergrund: Die Muster-Holzbau-Richtlinie ist von der Bauministerkonferenz verabschiedet worden und liegt derzeit noch bei der EU-Kommission zur Notifizierung. Anschließend kann diese in Landesrecht eingeführt werden. Mit dem im Entwurf der LBO aufgenommen Verweis auf die Technischen Baubestimmungen und die Einführung der Muster-Holzbau-RL ist die Holzbauweise in Brandenburg auch bis zur Gebäudeklasse 5 geregelt. Diese Änderung geht auf einen einstimmigen Beschluss der Bauministerkonferenz aus dem September 2019 zurück, mit der man das Baurecht in Deutschland harmonisieren und das Bauen mit Holz vereinfachen will.

Das ist ein Fortschritt gegenüber der bisherigen Bauordnung. Ein Wermutstropfen bleibt. Es ist nämlich weniger als bisher in Berlin gestattet, da die Muster-Holzbaurichtlinie das Bauen mit Holz in Gebäudeklasse 5 nur in Massivholzbauweise regelt – nicht aber in Holztafelbauweise.