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25.03.2019Berlin setzt auf ökologische Holzbauweise

Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg veranstaltet erstes Holzbau Netzwerk Berlin

Berlin, 21.3.2019: Der Holzbau wird in Berlin an Bedeutung gewinnen und trägt mit innovativen Bausystemen dazu bei, die Wohnungsknappheit zu mindern. Zu diesem Schluss kamen die Referenten der Auftaktveranstaltung der neu gegründeten Austauschplattform Holzbau Netzwerk Berlin. Über 120 Teilnehmer aus Industrie, Handwerk, Baugewerbe, Planung, öffentlichen Institutionen und Investoren im Bereich des nachhaltigen Bauens diskutierten am Mittwoch Abend über die Chancen und Entwicklungen des urbanen Bauens mit Holz.

Die Vorzüge des modernen Holzbaus wie die industrielle Vorfertigung, die kurzen Bauzeiten und nicht zuletzt die hohe Energieeffizienz machen diese ökologische Bauweise für Bauherren, Architekten und Planern wieder zunehmend interessant. Entsprechend groß ist der damit verbundene Informationsbedarf bei allen Beteiligten. Allerdings fehlen vor allem in und um die Metropolregion Berlin die notwendigen Netzwerke, um den mehrgeschossigen Holzbau weiter voranzutreiben. Diese Lücke möchte das Holzbau Netzwerk Berlin schließen. Das Konzept sieht vor, zunächst drei bis viermal im Jahr kostenfreie Abendveranstaltungen zum Informieren und Netzwerken zu organisieren. Zielgruppe dieses Veranstaltungsformats sind neben den Vertretern aus dem Management der bauausführenden Unternehmen und Planungsbüros vor allem auch die junge Generation der Berufseinsteiger und Führungskräfte von morgen.

Zum Auftakt der ersten Abendveranstaltung gaben vier Impulsvorträge einen umfangreichen Überblick über die Möglichkeiten des Bauens mit Holz im städtischen Raum.

Andreas Otto, MdA, Sprecher für Baupolitik Berlin-Brandenburg, Bündnis 90/Die Grünen, erläuterte die Maßnahmen des Senats, um den Holzbau in der Stadt voranzubringen. Mit der Änderung der Berliner Bauordnung am 22.03.2018 kann nun auch im mehrgeschossigen Bereich mit Holz vereinfacht gebaut werden. Bisher liegt Berlin auch im Vergleich der Metropolregionen im Bundesdurchschnitt beim Bauen mit Holz weit hinten.

Prof. Raoul Bunschoten, Professor für Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung, TU Berlin, skizzierte den „intelligenten“ Holzbau und seine Vision einer gläsernen Manufaktur im H7 des ehemaligen Flughafens Tempelhof als Auftakt für das Wohnen für alle.

Wolfram Eilbacher, Lehrbeauftragter an der Hochschule Eberswalde und Jeonsuu (Finnland), kam zu dem Schluss, dass genügend Holz für die steigende Nachfrage in Deutschland nach Bauholz vorhanden sei. Nur müsse schon jetzt die Forstwirtschaft die veränderten Umweltbedingungen mitberücksichtigen und entsprechende Weichen stellen.

Sebastian Fischbeck, Mass Timber-Spezialist aus Washington (USA), zeigte anhand von Projekten aus Amerika auf, welches Leistungspotential der Holzbau auch im Hochhausbereich entfalten kann.

„Die Veranstaltung hat gezeigt, dass in Berlin das Bauen mit Holz eine Zukunft hat. Deshalb ist es wichtig, dass Strukturen geschaffen werden, um die steigende Nachfrage nach Holzbauten auch durch Unternehmen aus der Region und am besten auch mit Holz aus Brandenburg zu decken. Hier setzt das Holzbau Netzwerk Berlin an und verbindet die Akteure miteinander. Die Resonanz von gestern hat uns gezeigt, dass das Netzwerk hier offenbar einen Nerv getroffen hat“, kommentiert Dr. Denny Ohnesorge, Vorstand Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg, die Auftaktveranstaltung.

Nach den Vorträgen stand das informelle Netzwerken im Vordergrund. Die Referenten standen für Fragen zur Verfügung und die Gäste konnten sich über eigene Erfahrungen austauschen und neue Kontakte knüpfen.

Hintergrund:

Gründer des Holzbau Netzwerks Berlin sind der Projektentwickler Andreas Lerge, die Ingenieurin Christina Reimann, der Architekt Tobias Müller-Nischwitz und der Tragwerksplaner Matthias Keil. Der Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg e.V. bietet dem Netzwerkteam als Veranstalter die Struktur zum Management des Netzwerks.

Der Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg wurde 2005 gegründet, um die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Holzverwendung in der Region zu verbessern. Dazu steht er in Kontakt mit der Berliner Politik und der Senatsverwaltung. Seit 2019 unterstützt er als Veranstalter das Team des Holzbau Netzwerkes Berlin. Diese Plattform ist eine Möglichkeit, Kooperationen unter den Akteuren im Bereich des nachhaltigen Bauens mit Holz auszuweiten und zu fördern.

Pressefotos:

Die vier Referenten in der Diskussionsrunde: Sebastian Fischbeck, Andreas Otto, Prof. Raoul Bunschoten und Wolfram Eilbacher (v.li.). Link zum Bild

Andreas Otto, MdA, Sprecher für Baupolitik Berlin-Brandenburg, Bündnis 90/Die Grünen, erläuterte die Maßnahmen des Senats. Link zum Bild

Die Gründer des Holzbau Netzwerks Berlin: Projektentwickler Andreas Lerge, Ingenieurin Christina Reimann, Architekt Tobias Müller-Nischwitz (re.) und Tragwerksplaner Matthias Keil (li.). Link zum Bild

Fotos: Doro Zinn

Pressekontakt:

Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg
Dr. Denny Ohnesorge
Vorstand

Lindenstr. 34a
14467 Potsdam
Telefon: 0 331-866 7647 
E-Mail: denny.ohnesorge@lbholzbb.de
Website: www.lbholzbb.de